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Wie weit weg ist Irland?
25.9.2009 von ruth.
In Oberösterreich ist Wahlkampf - ein Wahlkampf, der z.T. mit recht schmutzigen Methoden (wie dem “Ausländeranteil”-Flugblatt der ÖVP) geführt wird, was die überregionale Aufmerksamkeit steigert. Die Sorge, dass es ähnlich wie in Vorarlberg eine erstarkende FPÖ geben wird, ist berechtigt. Auch in Deutschland ist Wahlkampf. Zwar wird dort der Wahlkampf selbst als “langweilig”, der erwartete Ausgang jedoch als “spannend” eingestuft. Zweifelsohne ist die Frage eines möglichen Richtungswechsels (schwarz-gelb, oder noch einmal die starre große Koalition, die möglicherweise die Tür für späteres rot-rot-grün öffnen würde), auch aus österreichischer Sicht von Interesse. Soweit hat es auch seine Richtigkeit, dass hier der deutsche Wahlkampf Aufmerksamkeit erfährt.
Trotzdem ist schwer zu fassen, dass hinter all den Wahlkampf-Berichterstattungen mit ihren lustigen und schon-nicht-mehr-lustigen Blüten (”deutsche Grüne tötet Fisch”, “Ausländeranteil in Wohnviertel des Politikers X in Linz”, …) ein viel größeres Thema völlig untergeht: Am 2. Oktober stimmt Irland noch einmal über den “Vertrag von Lissabon” ab!
Das ist bald. In einer knappen Woche! Einstweilen nimmt das hier fast niemand wahr. Doch im Vergleich zu der wirklich mageren Bedeutung eines österreichischen Landtages, geht es beim Referendum in Irland für alle EU-Mitglieder um sehr viel.
Landtage in Österreich haben wenige Kompetenzen von Bedeutung. Ja, ein bisschen Energiepolitik lässt sich machen, das soll nicht unterschätzt werden. Aber auch auf dem Feld der “Energiewende” kommen dem Bund, den Städten und nicht zuletzt der EU-Ebene mehr Schlüsselfunktionen zu, als einem Landtag. Der hässlich geführte Landttagswahlkampf in OÖ ist besorgniserregend aufgrund des Klimas, das er in der Gesellschaft schürt. Aber die reale Gestaltungskompetenz, die ein FPÖ-Landesrat haben wird, ist gar nicht so weitreichend. (In einem Punkt sind Landtagswahlen tatsächlich von Bedeutung: Landtagssitze bringen Parteienförderung, wer im Landtag gut vertreten ist, hat Geld, d.h. eine FPÖ wird nach dem kommenden Sonntag noch ein besseres Budget haben, um ihre Grauslichkeiten zu publizieren!)
Sollte das Referendum in Irland hingegen negativ ausgehen, ist ganz Europa in Geiselhaft - einschließlich Oberösterreich, das nun mal auch in Europa liegt.
Niemand weiß, was geschehen wird, sollte es den Vertrag von Lissabon nicht geben. Sicher ist nur, dass es verheerende Gräben aufreißen würde, dass die EU große Mühe hätte, sich aus der Sackgasse hinauszumanövrieren, und auch wenn im Lauf von Jahren ein Ausweg gelingen sollte (was ich durchaus hoffen würde), dann wäre bis dahin soviel Porzellan zerschlagen, so viel Wirtschaftskrise mit allen einhergehenden Entsolidarisierungen über Europa hereingeschwappt, soviel Klimaschutzziele versäumt, soviel Schock und Erstarrung in der europäischen Elite eingetreten, dass eine zerissene europäische Gesellschaft größte Mühe hätte, den Herausforderungen der Zeit auch nur halbwegs zu begegnen.Von hehren Wünschen an mehr Demokratie, Offenheit, mehr Transparenz in der Politik bei gleichzeitig mehr Datenschutz für die Privatsphäre, oder gar einer konstruktiven europäischen Außenpolitik ganz zu schweigen!
Aber einstweilen wissen wir davon nichts und wollen es nicht wissen. Irland ist weit, wer kennt sich dort schon aus. Einstweilen beschäftigen wir uns lieber damit, dass eine deutsche Grüne vor laufender Fernsehkamera einen Fisch tollpatschig erschlagen hat, und eine andere Grüne daher (oder doch nicht nur deshalb) aus der Partei austrat, sowie mit diversen Rülpsern rechter und rechts-überholen-wollender Landespolitiker.
Ich wünsch mir für Sonntag:
Einen Einzug des LIF in den Linzer Gemeinderat. Deren Spitzenkandidat Laurent Straskraba ist überzeugend, authentisch, ehrlich (komische Eigenschaften in der Politik…) - das soll sich lohnen!
Ich würde dem Rudi Anschober sehr gönnen, dass er wenigstens nicht allzu weit hinter der FPÖ landen möge.
Und dann wünsche ich mir, dass in einer Woche die Irinnen und Iren uns - meinetwegen ganz unbemerkt von uns, die wir ja so weit weg sind - von “Nizza” erlösen und “Lissabon” eine Chance geben. Wenn “Lissabon” in Kraft tritt, ist bei weitem nicht alles getan! Aber ein Boden, auf dem sich wenigstens versuchen lässt, eine konstruktive Europapolitik zu entwickeln und diese Poltik nicht “näher zu den Menschen zu bringen”, sondern von vorne herein MIT “den Menschen” zu gestalten - ein solcher Boden wäre dann gelegt. Spätestens am 3. Oktober wird es sich auch nach Österreich herumsprechen.
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von wegen Politikverdrossenheit!
31.8.2009 von ruth.
Das Saarland ist für deutsche Verhältnisse ein relativ kleines Bundesland. Doch mit dem gestrigen Ergebnis seiner Landtagswahlen erregt es grenzüberschreitende Aufmerksamkeit. Nicht nur weil das Wahlergebnis - gemeinsam mit dem von Sachsen und Thüringen - Anzeichen für die kommende deutsche Bundestagswahl beinhalten könnte (oder doch nicht….). Spannend am Saarländer Ergebnis ist, dass sich ungewohnt viele und neue Koalitionsvarianten ausgehen. Neben dem althergebrachten schwarz-rot kann theoretisch auch rot-rot-grün und die sogenannte “Jamaika-Koalition” schwarz-gelb-grün gebildet werden. Das kann noch lebendige Koalitionsverhandlungen ergeben!
Viel Althergebrachtes hat man in den üblichen Floskeln des Wahlabends auch diesmal gehört: Etwa wenn eine Partei (in diesem Fall die saarländische SPD) ihr schlechtestes Wahlergebnis seit Jahrzehnten (!) ungeniert bejubelt - denn es kann sich ja ausgehen, dass sie in der Regierung bleibt. Wer am Futtertrog der Regierungsbeteiligung Anteil haben kann, ist gewillt, über schlechte Wahlergebnisse hinwegzusehen. Eine Einstellung, die allzu deutlich das Volk für dumm verkauft, aber leider auch anderen Orts wohlbekannt ist!Sorgen macht gewiss der überdeutliche Sieg der “Linken”, denn ihr Spitzenmann Lafontaine ist einer jener Populisten, deren auf “einfach” getrimmte Inhalte gefährlich werden können.
Doch da ist noch etwas am Wahlergebnis des Saarlandes, das, in der breiten Berichterstattung am Rande erwähnt, meines Erachtens zu wenig Aufmerksamkeit erfuhr: Die hohe Wahlbeteiligung! Während man sich längst daran gewöhnt hat, Wahlbeteiligungen sinken zu sehen und regelmäßig die angebliche Politikverdrossenheit der Menschen in den “westlichen” Demokratien diskutiert wird, sehen wir hier auf einmal eine rasant gestiegene Wahlbeteiligung (stolze 67,7% statt im Jahr 2004 nur 55,5%)! Ich gehöre keinesfalls zu denen, die hohe Wahlbeteiligungen vorschnell automatisch mit gesunder Demokratie gleichsetzen. Wer in Österreich aufgewachsen ist, weiß gut, dass die höheren Wahlbeteiligungen von einst hierzulande nichts mit entwickelterer Demokratie sondern vielmehr mit einem geradezu bedenklich hohen Organisationsgrad der zwei Großparteien zu tun hatten! Trotzdem besteht natürlich kein Zweifel daran, dass kontinuierlich zurückgehende Wahlbeteiligungen Sorgen machen und die Frage nach dem “Warum” aufwerfen. - Nun sehen wir plötzlich, dass es die Bewegung in die andere Richtung sehr wohl geben kann! Eine kompetente Analyse der gestiegenen Wahlbeteiligung muss ich den ExpertInnen für deutsche Verhältnisse überlassen. Doch soweit von dieser Seite des österreichischen Gartenzauns eine Vermutung möglich ist, scheint es ganz einfach: Wenn Menschen spüren, dass sich etwas tatsächlich verändern kann - sei es eine erwünschte Wende, oder vielleicht auch Furcht vor einem unerwünschten Ergebnis - dann ist der Gang zu den Wahlurnen sogleich doch attraktiv! Wohl sind es eher manche Politiker(-innen) über die Verdrossenheit herrscht, und nicht die Politik an sich!
Ich will aber auch nicht verheimlichen, dass ich gestern am Nachmittag noch bevor die deutschen Wahlergebnisse online waren, genau das umgekehrte Erlebnis hatte: In Linz versicherte mir eine sehr liebe Kellnerin in einem Altstadtlokal, dass sie überhaupt noch nie wählen war, und “die” machen sollen “was sie wollen”, “aber ohne mich”. Ja, sie ist nicht die einzige, die erst überzeugt werden muss…
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Vom Übersetzen jüdischer heiliger Texte
21.8.2009 von ruth.
Ein erfreulich gutes Buch will ich heute vorstellen: “Translating Religion” verfasst von Benjamin H. Hary, erschienen bei Brill - um den leider weniger erfreulichen Preis von Euro 130.,- (Ich hatte dank einer Vorinformation aus einem Fach-Newsletter gerade noch Gelegenheit, es zum verbilligten Subskriptionspreis zu ergattern, und konnte somit ein Exemplar für die Bibliothek der WGJS zu einem zumutbaren Preis anschaffen.)
Das Buch trägt den Untertitel “Linguistic Analysis of Judeo-Arabic Sacred Texts from Egypt”, und handelt also primär von arabischen jüdischen Übersetzungen aus dem ägyptischen Raum. Bevor der Autor jedoch zur genaueren Analyse der arabischen Texte vordringt, beschreibt er in den ersten beiden Kapiteln das Spektrum der jüdischen Sprachvarietäten und ihrer Übersetzungskulturen, um den Platz des Judeo-Arabischen innerhalb dieses Spektrums auszuloten. - Und hier ist nun der Teil des Buches, den ich für den besonders erfreulichen halte. Denn während mir an zahlreichen Publitkationen über jüdische Bibelübersetzungen (sowie Texten wie Torah, Haggadot, Pirke Avot, Siddur etc.) immer wieder aufstieß, dass die Analysen zu eng an der jeweils untersuchten Sprache und Epoche klebten, wurde hier von Hary ein sehr weites Spektrum der jüdischen Übersetzungskultur heiliger Texte mit ins Bild geholt. - Ein Vorgang den ich für essentiell halte, um auch die Position des jeweiligen spezifischen Untersuchungsgegenstandes dann besser verstehen zu können!
Dies macht die ersten Kapitel des Buches auch interessant für LeserInnen, die sich nicht spezifisch für arabische Texte sondern für Fragen jüdischer Übersetzungskultur religiöser Texte generell interessieren. Sehr erfrischend ist der differenzierte Umgang des Autors mit dem Begriff “jüdischer Sprachen” - nicht immer ist eine Varietät gleich als “Sprache” einzuordnen - hier gibt Harys Darstellung einen fortgeschrittenen Diskurs über das Spektrum der jüdischen Varietäten wieder, der sich m.E. erfreulich von älteren Publikationen abhebt (wo manchmal jeder jüdische Fachausdruck gleich zum Beleg für eine angebliche “jüdische Sprache” erhoben wurde). Auch dem dritten Kapitel, welches nun spezifischer zum Wesen der judeo-arabischen Übersetzungen fortschreitet, lässt sich noch ohne Arabisch-Kenntnisse folgen, wodurch es einen wertvollen Beitrag leisten kann für LeserInnen, die sich mit einer anderen jüdischen Sprachvarietät beschäftigen, und ihren Horizont um einen Einblick in das arabische Feld erweitern wollen.
Erst ab den folgenden Kapiteln wird das Buch wohl nur mehr für hartgesottene SprachwissenschaftlerInnen, die über Arabisch-Kenntnisse verfügen, zum echten Lesegenuss.
Zugegebenerweise ist der stolze Preis, den der Brill-Verlag für das qualitätvolle Werk nimmt, nicht angemessen für solche LeserInnen, die nur die ersten drei Kapitel daraus lesen wollen. Aber für den Fall, dass es in der Universitätsbibliothek nicht auftachen sollte: Wir haben es in der Bibliothek der Wiener Gesellschaft für Jüdische Studien!
Wenn ich nun so über den Preis geklagt habe, sei zur Ehre des Verlags noch angemerkt, dass die technische Ausführung des Druckes exzellent ist. Schon allein die Tatsache, dass die Publikation in drei Schriften mit einem Heer an Sonderzeichen (zur Darstellung arabischer Begriffe in lateinischer Umschrift sowie zur Darstellung von Arabisch in Hebräischer Schrift…) daherkommt, ist für die Editionsarbeit eine Herausforderung, vor der wir Respekt haben wollen. Trotz allen Verständnisses dafür, hoffe ich sehr, dass es beim angekündigten zweiten Band (der Textbeispiele bringen soll), wieder die Gelegenheit eines Subskriptionspreises geben wird!
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ab Mittwoch
17.8.2009 von ruth.
pünktlich zu Rosch Chodesch Elul, wieder m.G.H. wöchentlicher Schiur. Sefer Schoftim. Ein sehr politisches Buch. Freu mich schon darauf.
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Er- und Beleuchtung in der Wiener Innenstadt - Politik um eine Lampe
29.6.2009 von ruth.
Die Bezirksvorsteherin der Wiener Innenstadt hat sich durchgesetzt – nach hartem Kampf von eineinhalb Jahren. Es muss also um Großes gegangen sein? Nein, es geht um die Lampen für die neugestaltete Fußgängerzone. Ob die Wiener Innenstadt keine dringenderen Sorgen hat? In Zeiten der Wirtschaftskrise gar?
Vorweg zur Beruhigung: Die neuen Lampen, in einem historisierenden Stil, der (vermeintlich) altwienerisch sein soll, werden zwar zum neuen Bodenbelag passen wie die berühmte Faust aufs Auge, aber der Erfolg der Geschäftsstraße wird schon nicht primär vom schlechten Lampendesign abhängen.
Trotzdem steckt in der eigentümlichen (oder doch typischen?)
Entscheidung der Bezirksvorsteherin viel Besorgniserregendes: Wie wird hier mit Architektur umgegangen? Welches Demokratieverständnis steckt dahinter?
Ein Wettbewerb zur Neugestaltung der Fußgängerzone war ausgeschrieben, das Siegerprojekt wird umgesetzt. So weit so üblich. Doch dann kommt die Bezirksvorsteherin und beschließt: Die Lampen gefallen ihr nicht. Und sie weiß auch, was stattdessen her gehört: Etwas, das aussieht wie alt – denn schließlich verkaufen wir Wien als k.u.k.-Metropole von einst. Gründerzeitfassaden, Hofburg, die Ringstraße als Maß allen Designs. Die Wiener Innenstadt als Freilichtmuseum. Mit der Lebensrealität der Menschen in Wien hat dies freilich nicht zu tun.
Problematischer noch als die Geschmacksfrage ist die Vorgangsweise. Dass Architektur nicht per Volksentscheid entschieden werden kann, sollte Konsens sein. Schon gar nicht darf sie aber von einer einzelnen politischen Amtsinhaberin in selbstherrlicher Fürstenmanier in die Hand genommen werden! Aufgabe der Politik wäre es, den Rahmen für Architektur zu schaffen, ja sie auch herauszufordern und kritisch zu befragen. Ob manche Star-Architektur mehr auf Ruhm in einer Fachszene setzt, denn tatsächlich den betroffenen Menschen zu dienen, darf und muss diskutiert werden. Doch hier handelt es sich um blanke Zensur architektonischer Arbeit durch die Hand einer einzelnen Politikerin. Da man bekanntlich in Österreich Parlamentarismus mit dem Durchwinken von Regierungsvorlagen verwechselt, bekam die Bezirksvorsteherin selbstverständlich den Beschluss für „ihre“ Lampen. Ein zusätzlicher Aspekt des bizarren Streits war offensichtlich die österreichische Farbenlehre. Wie könnte denn ein „schwarzer“ Bezirk ein Projekt, das zu 90% vom „roten“ Rathaus getragen wird, ungeschoren lassen? Lieber einen Murks aus nicht zusammenpassendem Design-Flickwerk aufstellen, als dass „schwarz“ einem „roten“ Entwurf (oder auch umgekehrt) zustimmen würde! Blieben die Grünen als mögliche vernünftige Kraft zwischen dem rot-schwarzen Proporz? Leider nicht. Die grüne Performance in der Lampenfrage war beklemmend. Zum einen wurde eine Volksbefragung gefordert – einfacher Abstimmungspopulismus in einem Architekturprojekt. Weiters unterbreiteten die Grünen einen Kompromissvorschlag: Die historisierenden Lampen im Sinn der Bezirksvorsteherin für den Graben, die vom Architekten geplanten für die Kärntner Straße. Zugegebenerweise war dies etwas besser durchdacht als die ÖVP-Linie. Trotzdem war dieser Kompromissvorschlag desselben Geistes Kind: Politische MandatarInnen spielen selbst Architekt. Als ob Kulturpolitiker sonst auf die Idee kämen, selbst in der Oper zu singen, oder sich als Ausstellungskuratoren zu betätigen, wird es immer noch als normal empfunden, dass PolitikerInnen Architektur nicht ermöglichen sondern machen! Dabei gab es Zeiten, da kamen von Grünen ganz andere Töne: In den 80-er Jahren lautete das Selbstverständnis der radikalen Salzburger Architekturreform, eines überaus mutigen (vielleicht übermütigen) grünen Projektes: „Es kann nicht Sache des Bauherrn sein – schon gar nicht die von Politikern und Funktionären – in die architektonische Entwurfsarbeit zensurierend einzugreifen“. Nichts mehr davon. Heute basteln grüne BezirksrätInnen wohlmeinend mit, wenn die schwarze Bezirksvorsteherin den architektonischen Kulturkampf ausruft.
Der konkrete Fall ließe sich ja verschmerzen – die Wiener Innenstadt wird diese Lampen schon aushalten. Aber es stehen in Wien auch größere stadtplanerische Herausforderungen an. Und da bieten die Erfahrungen aus dem bizarren Lampenstreit wenig Grund zum Optimismus!
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Wählen gegangen.
7.6.2009 von ruth.
So schwierig wie heute ist es mir noch nie gefallen, einen Stimmzettel auszufüllen.
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FPÖ-Stand
31.5.2009 von ruth.
Erev Schavuot. Noch schnell vor dem Feiertag zum Blumenstand bei der Straßenbahnhaltestelle am Eck gelaufen. Da stand noch wer am selben Eck. Oj, ein Infostand der FPÖ. Einen grimmigen Blick konnte ich wohl nicht verbergen. Aber noch schlimmer: Ich trug doch glatt ein Kopftuch! Etwas verwirrt haben die Herren beim Infostand dreingeschaut, als ich an ihnen mit hocherhobenen Blumenstöcklein in der Hand breit vorbeiging - und sie wagten es tatsächlich nicht, mir ihr “Infomaterial” anzubieten… Vielleicht hätte ich frecher sein sollen, und fragen, ob ich auch so einen Folder haben kann?
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Kreuz und EU-Wahl
22.5.2009 von ruth.
Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche hat sehr klare Worte zu Straches Kreuz-Auftritt gefunden. Das einzige, was ich nicht daran verstehe ist: Wieso hat das so lange gedauert? Wie kommt es, dass ein Kardinal eine gute Woche braucht, bis er dazu eine Wortmeldung hat? Dabei zweifle ich ja gar nicht an der Ehrlichkeit der Haltungen. Gerade deshalb versteh ich nicht, wie die Kirche(n) so lange still sein konnten! Einfach, weil man erst langsam draufkommen musste, dass überhaupt EU-Wahlen sind?
Womit wir beim zweiten Kreuz-Problem dieses Wahlkampfes wären. Bei welcher der wahlwerbenden Gruppen soll man/frau das Kreuzerl am Stimmzettel machen? Nachdem leider (dank einer nicht klugen Aktion der Frau noch-Europaparlamentarierin Resetarits) eine bereits gut vorbereitete Kandidatur des LIF im letzten Moment verhindert wurde, bietet sich eine Reihe von Parteien an, die für die Europa-Ebene eine unmöglicher als die andere sind!
Wo immer ich im Bekanntenkreis hinhöre, wissen Leute vor allem, wen sie NICHT wählen. Aber wen wählen? Die Grünen kommen so nicht in Frage. Dem Herrn Karas eine Vorzugstimme geben? Das böse Spiel der ÖVP würde man damit nur unterstützen, und Herr Karas zieht als Listenzweiter ja schließlich so und so ins EP ein. Eine ÖVP, die sich Europapartei nennen will, aber gleichzeitig eine finster-nationalistische Politik macht, wollen wir doch nicht auch noch belohnen! Obendrein ist die EVP (die Konservativen im Europaparlament, zu denen die ÖVP gehört) eine Gruppe, in der sich mehrere bedenkliche Parteien tummeln. Schließen wir die hardcore-Populisten vom Typ Strache oder HPM aus, und ist man auch kein marxistisch veranlagter “EU-Kritiker” von links-außen (der eine KPÖ am Stimmzettel hätte) so bleibt nur mehr - zähneknirschend, schluckend, mit Bauchweh ein Blick auf die SPÖ-Liste. Nein, Herrn Swoboda wähle ich nicht! Gewiss nicht! Aber immerhin hätte die SPÖ da jemandem auf dem “Kampfmandat”, der zu unrecht zu weit hinten gereiht wurde. Herbert Bösch - im Europaparlament als Vorsitzender des Haushaltskontrollausschusses eine wichtige Kapazität - darf auf dem SP-Plakat (ach, dieses “A-Team”… wieder so ein intelligenter Slogan) grad noch von hinten hervorlugen. Einen ihrer besten Leute hat die SPÖ-Parteiführung nach hinten auf den aussichtsschwachen 7. Platz gereiht. Vielleicht sollte man dem eine Vorzugstimme geben? Mal schauen.
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Die CERN-Petition
15.5.2009 von ruth.
auf sos.teilchen hat schon über 24.000 Unterschriften - innerhalb einiger Tage. Es regt sich ein beeindruckender Sturm der Entrüstung!
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Petition gegen den CERN-Ausstieg
12.5.2009 von ruth.
unterschreiben auf:
http://sos.teilchen.at/petition/
Es sind nach eineinhalb Tagen schon über 11.000 Unterschriften. Alle Achtung! Weiter so!
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