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- 20.4.2010: Fischer wählen!
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- 12.3.2010: Liegt "Bologna" in "Brüssel"?
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- 1.3.2010: Wirtschaftskammer, Wahl und Werbung
- 10.2.2010: Farbenlehre in der Wirtschaftskammer
- 25.1.2010: Ministerinnen und Kommissarinnen
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Archive für August 2009
von wegen Politikverdrossenheit!
31.8.2009 von ruth.
Das Saarland ist für deutsche Verhältnisse ein relativ kleines Bundesland. Doch mit dem gestrigen Ergebnis seiner Landtagswahlen erregt es grenzüberschreitende Aufmerksamkeit. Nicht nur weil das Wahlergebnis - gemeinsam mit dem von Sachsen und Thüringen - Anzeichen für die kommende deutsche Bundestagswahl beinhalten könnte (oder doch nicht….). Spannend am Saarländer Ergebnis ist, dass sich ungewohnt viele und neue Koalitionsvarianten ausgehen. Neben dem althergebrachten schwarz-rot kann theoretisch auch rot-rot-grün und die sogenannte “Jamaika-Koalition” schwarz-gelb-grün gebildet werden. Das kann noch lebendige Koalitionsverhandlungen ergeben!
Viel Althergebrachtes hat man in den üblichen Floskeln des Wahlabends auch diesmal gehört: Etwa wenn eine Partei (in diesem Fall die saarländische SPD) ihr schlechtestes Wahlergebnis seit Jahrzehnten (!) ungeniert bejubelt - denn es kann sich ja ausgehen, dass sie in der Regierung bleibt. Wer am Futtertrog der Regierungsbeteiligung Anteil haben kann, ist gewillt, über schlechte Wahlergebnisse hinwegzusehen. Eine Einstellung, die allzu deutlich das Volk für dumm verkauft, aber leider auch anderen Orts wohlbekannt ist!Sorgen macht gewiss der überdeutliche Sieg der “Linken”, denn ihr Spitzenmann Lafontaine ist einer jener Populisten, deren auf “einfach” getrimmte Inhalte gefährlich werden können.
Doch da ist noch etwas am Wahlergebnis des Saarlandes, das, in der breiten Berichterstattung am Rande erwähnt, meines Erachtens zu wenig Aufmerksamkeit erfuhr: Die hohe Wahlbeteiligung! Während man sich längst daran gewöhnt hat, Wahlbeteiligungen sinken zu sehen und regelmäßig die angebliche Politikverdrossenheit der Menschen in den “westlichen” Demokratien diskutiert wird, sehen wir hier auf einmal eine rasant gestiegene Wahlbeteiligung (stolze 67,7% statt im Jahr 2004 nur 55,5%)! Ich gehöre keinesfalls zu denen, die hohe Wahlbeteiligungen vorschnell automatisch mit gesunder Demokratie gleichsetzen. Wer in Österreich aufgewachsen ist, weiß gut, dass die höheren Wahlbeteiligungen von einst hierzulande nichts mit entwickelterer Demokratie sondern vielmehr mit einem geradezu bedenklich hohen Organisationsgrad der zwei Großparteien zu tun hatten! Trotzdem besteht natürlich kein Zweifel daran, dass kontinuierlich zurückgehende Wahlbeteiligungen Sorgen machen und die Frage nach dem “Warum” aufwerfen. - Nun sehen wir plötzlich, dass es die Bewegung in die andere Richtung sehr wohl geben kann! Eine kompetente Analyse der gestiegenen Wahlbeteiligung muss ich den ExpertInnen für deutsche Verhältnisse überlassen. Doch soweit von dieser Seite des österreichischen Gartenzauns eine Vermutung möglich ist, scheint es ganz einfach: Wenn Menschen spüren, dass sich etwas tatsächlich verändern kann - sei es eine erwünschte Wende, oder vielleicht auch Furcht vor einem unerwünschten Ergebnis - dann ist der Gang zu den Wahlurnen sogleich doch attraktiv! Wohl sind es eher manche Politiker(-innen) über die Verdrossenheit herrscht, und nicht die Politik an sich!
Ich will aber auch nicht verheimlichen, dass ich gestern am Nachmittag noch bevor die deutschen Wahlergebnisse online waren, genau das umgekehrte Erlebnis hatte: In Linz versicherte mir eine sehr liebe Kellnerin in einem Altstadtlokal, dass sie überhaupt noch nie wählen war, und “die” machen sollen “was sie wollen”, “aber ohne mich”. Ja, sie ist nicht die einzige, die erst überzeugt werden muss…
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Vom Übersetzen jüdischer heiliger Texte
21.8.2009 von ruth.
Ein erfreulich gutes Buch will ich heute vorstellen: “Translating Religion” verfasst von Benjamin H. Hary, erschienen bei Brill - um den leider weniger erfreulichen Preis von Euro 130.,- (Ich hatte dank einer Vorinformation aus einem Fach-Newsletter gerade noch Gelegenheit, es zum verbilligten Subskriptionspreis zu ergattern, und konnte somit ein Exemplar für die Bibliothek der WGJS zu einem zumutbaren Preis anschaffen.)
Das Buch trägt den Untertitel “Linguistic Analysis of Judeo-Arabic Sacred Texts from Egypt”, und handelt also primär von arabischen jüdischen Übersetzungen aus dem ägyptischen Raum. Bevor der Autor jedoch zur genaueren Analyse der arabischen Texte vordringt, beschreibt er in den ersten beiden Kapiteln das Spektrum der jüdischen Sprachvarietäten und ihrer Übersetzungskulturen, um den Platz des Judeo-Arabischen innerhalb dieses Spektrums auszuloten. - Und hier ist nun der Teil des Buches, den ich für den besonders erfreulichen halte. Denn während mir an zahlreichen Publitkationen über jüdische Bibelübersetzungen (sowie Texten wie Torah, Haggadot, Pirke Avot, Siddur etc.) immer wieder aufstieß, dass die Analysen zu eng an der jeweils untersuchten Sprache und Epoche klebten, wurde hier von Hary ein sehr weites Spektrum der jüdischen Übersetzungskultur heiliger Texte mit ins Bild geholt. - Ein Vorgang den ich für essentiell halte, um auch die Position des jeweiligen spezifischen Untersuchungsgegenstandes dann besser verstehen zu können!
Dies macht die ersten Kapitel des Buches auch interessant für LeserInnen, die sich nicht spezifisch für arabische Texte sondern für Fragen jüdischer Übersetzungskultur religiöser Texte generell interessieren. Sehr erfrischend ist der differenzierte Umgang des Autors mit dem Begriff “jüdischer Sprachen” - nicht immer ist eine Varietät gleich als “Sprache” einzuordnen - hier gibt Harys Darstellung einen fortgeschrittenen Diskurs über das Spektrum der jüdischen Varietäten wieder, der sich m.E. erfreulich von älteren Publikationen abhebt (wo manchmal jeder jüdische Fachausdruck gleich zum Beleg für eine angebliche “jüdische Sprache” erhoben wurde). Auch dem dritten Kapitel, welches nun spezifischer zum Wesen der judeo-arabischen Übersetzungen fortschreitet, lässt sich noch ohne Arabisch-Kenntnisse folgen, wodurch es einen wertvollen Beitrag leisten kann für LeserInnen, die sich mit einer anderen jüdischen Sprachvarietät beschäftigen, und ihren Horizont um einen Einblick in das arabische Feld erweitern wollen.
Erst ab den folgenden Kapiteln wird das Buch wohl nur mehr für hartgesottene SprachwissenschaftlerInnen, die über Arabisch-Kenntnisse verfügen, zum echten Lesegenuss.
Zugegebenerweise ist der stolze Preis, den der Brill-Verlag für das qualitätvolle Werk nimmt, nicht angemessen für solche LeserInnen, die nur die ersten drei Kapitel daraus lesen wollen. Aber für den Fall, dass es in der Universitätsbibliothek nicht auftachen sollte: Wir haben es in der Bibliothek der Wiener Gesellschaft für Jüdische Studien!
Wenn ich nun so über den Preis geklagt habe, sei zur Ehre des Verlags noch angemerkt, dass die technische Ausführung des Druckes exzellent ist. Schon allein die Tatsache, dass die Publikation in drei Schriften mit einem Heer an Sonderzeichen (zur Darstellung arabischer Begriffe in lateinischer Umschrift sowie zur Darstellung von Arabisch in Hebräischer Schrift…) daherkommt, ist für die Editionsarbeit eine Herausforderung, vor der wir Respekt haben wollen. Trotz allen Verständnisses dafür, hoffe ich sehr, dass es beim angekündigten zweiten Band (der Textbeispiele bringen soll), wieder die Gelegenheit eines Subskriptionspreises geben wird!
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ab Mittwoch
17.8.2009 von ruth.
pünktlich zu Rosch Chodesch Elul, wieder m.G.H. wöchentlicher Schiur. Sefer Schoftim. Ein sehr politisches Buch. Freu mich schon darauf.
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