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Kreuz und EU-Wahl

Dieser Eintrag stammt von ruth Am 22.5.2009 @ 15:22 In EUropa, Allgemein | Keine Kommentare

Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche hat sehr klare Worte zu Straches Kreuz-Auftritt gefunden. Das einzige, was ich nicht daran verstehe ist: Wieso hat das so lange gedauert? Wie kommt es, dass ein Kardinal eine gute Woche braucht, bis er dazu eine Wortmeldung hat? Dabei zweifle ich ja gar nicht an der Ehrlichkeit der Haltungen. Gerade deshalb versteh ich nicht, wie die Kirche(n) so lange still sein konnten! Einfach, weil man erst langsam draufkommen musste, dass überhaupt EU-Wahlen sind?

Womit wir beim zweiten Kreuz-Problem dieses Wahlkampfes wären. Bei welcher der wahlwerbenden Gruppen soll man/frau das Kreuzerl am Stimmzettel machen? Nachdem leider (dank einer nicht klugen Aktion der Frau noch-Europaparlamentarierin  Resetarits) eine bereits gut vorbereitete Kandidatur des LIF im letzten Moment verhindert wurde, bietet sich eine Reihe von Parteien an, die für die Europa-Ebene eine unmöglicher als die andere sind!

Wo immer ich im Bekanntenkreis hinhöre, wissen Leute vor allem, wen sie NICHT wählen.  Aber wen wählen? Die Grünen kommen so nicht in Frage. Dem Herrn Karas eine Vorzugstimme geben? Das böse Spiel der ÖVP würde man damit nur unterstützen, und Herr Karas zieht als Listenzweiter ja schließlich so und so ins EP ein. Eine ÖVP, die sich Europapartei nennen will, aber gleichzeitig eine finster-nationalistische Politik macht, wollen wir doch nicht auch noch belohnen! Obendrein ist die EVP (die Konservativen im Europaparlament, zu denen die ÖVP gehört) eine Gruppe, in der sich mehrere bedenkliche Parteien tummeln. Schließen wir die hardcore-Populisten vom Typ Strache oder HPM aus, und ist man auch kein marxistisch veranlagter “EU-Kritiker” von links-außen (der eine KPÖ am Stimmzettel hätte) so bleibt nur mehr - zähneknirschend, schluckend, mit Bauchweh ein Blick auf die SPÖ-Liste. Nein, Herrn Swoboda wähle ich nicht! Gewiss nicht! Aber immerhin hätte die SPÖ da jemandem auf dem “Kampfmandat”, der zu unrecht zu weit hinten gereiht wurde. Herbert Bösch - im Europaparlament als Vorsitzender des Haushaltskontrollausschusses eine wichtige Kapazität - darf auf dem SP-Plakat (ach, dieses “A-Team”… wieder so ein intelligenter Slogan) grad noch von hinten hervorlugen. Einen ihrer besten Leute hat die SPÖ-Parteiführung nach hinten auf den aussichtsschwachen 7. Platz gereiht. Vielleicht sollte man dem eine Vorzugstimme geben? Mal schauen.


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