Archive für 26.4.2009

Integration so nebenbei?

Neulich wurde ich gefragt, wer denn in der Wiener Stadtregierung für “Migration” zuständig sei. Eine gute Frage. Stadträtin Sandra Frauenberger, in deren Ressort der Bereich “Integration” fällt, tritt nicht so viel in Erscheinung, dass sie öffentlich einen breiten Bekanntheitsgrad einnehmen würde. Nun muss mangelnde Bekanntheit ja keinesfalls mit einem Mangel an Qualität einhergehen. Sorge macht allerdings, wenn wir uns anschauen, wie das Ressort der Frau Stadträtin Frauenberger sonst noch gegliedert ist:

Es handelt sich - nachlesbar auf wien.gv.at - allen Ernstes um eine “Geschäftsgruppe für Integration, Frauenfragen, KonsumentInnenschutz und Personal”. Hm. Ein beeindruckendes Ressort… Schaut ganz danach aus, als hätte man alles, was sonst nirgends dazu gehört, in ein Ressort gelegt, in dem so die Reste eingesammelt werden. Oder weiß jemand, was Zuwanderung und die Integration von Migrantinnen und Migranten mit “KonsumentInnenschutz” zu tun haben? Diese Ressorteinteilung ist offensichtlich ein weiteres Symptom dafür, dass die Stadt Wien keine erkennbare Politik gegenüber Migrantinnen und Migranten vertritt. Schließlich ist ja auch weit und breit kein Konzept für Migration und Zuwanderung seitens der Stadtregierung erkennbar. Und wer kein Konzept hat, braucht auch nicht so dringend ein kompetentes Ressort dafür, sondern kann das Thema nebenbei wo anhängen. Bei den Personalagenden und dem Konsumentenschutz in diesem Fall.

Längerfristig ein gefährlicher Weg!

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