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- 1.6.2010: Kranke Kassen
- 30.5.2010: KandidatInnen des Liberalen Forums zur Gemeinderatswahl
- 28.4.2010: Nach der Wahl ist vor der Wahl
- 20.4.2010: Fischer wählen!
- 1.4.2010: Kindergärten in Wien: Sind manche Kinder gleicher?
- 12.3.2010: Liegt "Bologna" in "Brüssel"?
- 5.3.2010: EU-Woche der nachhaltigen Energie - geht's uns was an?
- 1.3.2010: Wirtschaftskammer, Wahl und Werbung
- 10.2.2010: Farbenlehre in der Wirtschaftskammer
- 25.1.2010: Ministerinnen und Kommissarinnen
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Archive für März 2009
Liberale zur EU-Wahl?
27.3.2009 von ruth.
Das Liberale Forum ringt seit Wochen um eine Entscheidung, ob wir bei den EU-Wahlen antreten sollen. Ich gehöre zu denen, die in diesen schwierigen Entscheidungsprozess mit sehr viel Herz involviert sind.
Einerseits: Kein Geld, ein erst im Aufbau befindliches Netzwerk von Aktivisten und Aktivistinnen - einfach etwas zu früh wird eine Partei, die sich nach dem Zusammenbruch von Herbst 2008 erst wieder aufbaut, von diesen Wahlen erwischt.
Andererseits: Wo immer ich mit Menschen spreche, kommt die Rückmeldung, dass es wichtig wäre, dass wir uns zur Wahl stellen. Denn es ist sonst weit und breit keine Kraft in Sicht, die eine überzeugende konstruktive Europapolitik anbietet.
Seit gestern abend der neue Spitzenkandidat der ÖVP bekannt wurde, ist diese Stimmung noch gestiegen. Hörte ich vorher solche, die nach dem EU-Schwenk der Grünen irritiert waren, vielleicht sagen: “Wenn es das LIF gibt, wähl ich das LIF, sonst vielleicht wohl oder übel die ÖVP”, so ist diese Meldung seit heute weg: “Unbedingt antreten” war das, was ich vernahm.
Liebe Leute, wenn diese Kandidatur etwas werden soll, braucht sie Unterstützung. Breite Unterstützung von jenen, die uns am Stimmzettel haben wollen. Es wird notwendig sein, dass sich zahlreiche Menschen bereit erklärern, mitzuhelfen, zu spenden, und insbesondere weiterzusagen, dass wir kandidieren. - Denn auf Berichterstattung durch ORF etc. dürfen wir nicht hoffen.
Ein liberaler Wahlkampf muss von unten kommen, von den Bürgerinnen und Bürgern. Eine andere Chance hat er nicht. - Aber ich hoffe auf diese Chance!
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Eindrücke vom Beginn des Uni-Semesters
20.3.2009 von ruth.
Die Aufregung um Arbeitszeit der LehrerInnen, hat nicht nur die Debatte um den Zustand von Österreichs Schulen in eine falsche Richtung gelenkt, sie hat auch ein anderes - nicht weniger akutes - Problem in den Hintergrund treten lassen: Den Zustand österreichischer Universitäten. An der Politikwissenschaft der Uni Wien ist das Fass der Unzumutbarkeiten zu Beginn dieses Semesters immerhin soweit übergelaufen, dass eine öffentliche Diskussion mitsamt etwas Medienecho (Standard, Presse) losgetreten wurde. Hunderte Leute, die in eine für 30 Personen ausgerichtete Lehrveranstaltung drängen sind nur die Spitze des Eisberges. Die Universität ächzt und knarrt in allen Fugen, knapp am Zusammenbruch vorbei wurschtelt sie sich notdürftig durch den Betrieb. Wie kann unter solchen Bedingungen Qualität geschaffen werden? Ich wundere mich immer mehr über jene Lehrveranstaltungen, die trotz all der Umstände immer noch summa summarum GUTE Lehrveranstaltungen sind. Sie sind nicht zahlreich, aber es gibt sie.
Doch auch dort, wo fähige und eifrige Lehrende unermüdlich trotz der Wirren eines kaputten Betriebes, ihren StudentInnen noch so etwas wie wissenschaftliche Qualifikation vermitteln, gibt es Grund zum Staunen. - Daher will ich ein paar Eindrücke aus einem Seminar erzählen, das eindeutig zu den guten Ausnahmen zählt:
Bei der Anmeldung zum SE stimmten zwei Dinge positiv: Der Professor einer jener, bei denen man tatsächlich was lernt, und zweitens handelte es sich um einen Kurs, der nur für den neuen Master-Studiengang (plus DissertantInnen) und nicht für das alte Diplomstudium offen war. Da nicht so viele ins neue System umgestiegen sind, sollte dies weniger Überfüllung heißen! Bei Seminarbeginn waren dann doch gut 50 Leute da, weil wie immer auch solche, die sich nur auf der Warteliste wiederfanden, hineinwollten. Ich mache den ProfessorInnen keinen Vorwurf, dass sie stets auch die noch aufnehmen - täten sie es nicht, wäre der Betrieb längst zusammengebrochen. Klar ist aber auch, dass so kein Seminar zu halten ist. Dass ich sogar im Dissertationsstudium (!) noch um Plätze in Seminaren ringen muss, lässt sich nicht damit wegerklären, dass vielleicht zu viele AnfängerInnen mit falschen Vorstellungen in ein Studium strömen…
In einem Punkt hat der Professor eine Chance gegen die Überfüllung: Es wird ein Lektüreseminar, und die vorgeschriebenen Texte lesen kann jede/r selbst auch bei einer Gruppengröße von 50. Und weil wir es mit einem Prof. zu tun haben, bei dem tatsächlich was gelernt werden soll, besteht die Lehrveranstaltung denn auch in erster Linie darin, dass die zu lesenden Texte zusammengefasst, analysiert, verglichen werden sollen. Entsprechender Nachweis jede Woche schriftlich abzugeben. Soweit so gut und didaktisch sehr löblich. Aber Moment mal! In welchem Studienabschnitt sind wir da? Meine bescheidene Meinung ist, dass so eine Lehrveranstaltung in das Bacherlorstudium gehört. In etwa im letzten Jahr eines Baccherlorstudiums sollte anstehen, dass die Studierenden lernen, wissenschaftliche Texte soweit erfassen zu können, dass sie zu Analysen, Vergleichen, einer Einschätzung der Argumentation des Autors/ der Autorin fähig sind. Was sonst sollte denn ein BA nachweisen, wenn nicht, dass man sein/ihr eigenes Fach soweit begriffen hat? Tut es aber nicht. Wir sind hier in einer Veranstaltung, die sich an Master-Studierende wendet und auch noch für DissertantInnen offen ist! Das Peinliche ist: Der Professor hat recht. Es ist ja nicht so, dass die Leute in ihrem bisherigen Studienabschnitt das, was er hier vermitteln will, ausreichend gelernt hätten. Was aber heißt das für ein Studium in Österreich, wenn Fähigkeiten, die jemand mit BA haben sollte, erst im MA-Studium geübt werden, ja auch von Dissertierenden noch geübt werden (müssen)? Was haben die Leute bis dahin (in Seminaren mit 50 TeilnehmerInnen) gelernt, wenn sie jetzt erst damit anfangen? Sich ein bisschen auswendig aufsagbares “Fachwissen” angeeignet, ohne zu verstehen? Wenn überhaupt?
Von so Kleinigkeiten, dass Bücher, die auf der Leseliste stehen, im einen oder anderen Fall in der Bilbiothek der Uni Wien nicht vorhanden sind, darf man sich selbstverständlich schon gar nicht abschrecken lassen.
Was soll aus solchen Unis werden?
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Purim war “sameach”
13.3.2009 von ruth.
Eine gut gelungene Purim-Feier hatten wir in Baden, und ich danke allen Mitwirkenden für die rege Teilnahme! - Und hab mich natürlich sehr über die vielen positvien Feedbacks gefreut.
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Purim war “sameach”
13.3.2009 von ruth.
Eine gut gelungene Purim-Feier hatten wir in Baden, und ich danke allen Mitwirkenden für die rege Teilnahme! - Und hab mich natürlich sehr über die vielen positvien Feedbacks gefreut.
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Schule - oj wej?
5.3.2009 von ruth.
Es ist wieder mal eine Zeit, wo meinereiner ungern zugibt, “Lehrerin” zu sein. Verfolgt man diverse Kommentare so muss das schrecklicher Berufsstand sein: halbtags arbeitende Faulenzer, lauter Ferien - und dann auch noch jammern, wenn sie ein bissi mehr echten ordentlichen Unterricht halten sollen!
Tatsächlich weiß ich nicht, wer mich momentan mehr mit Kummer erfüllt. Die überforderte Frau Bildungsministerin oder eine versteinerte Gewerkschaft, die allenfalls sich selbst vertritt. Die Diskussion geht an den wahren Problemen vorbei. - Und es mangelt nicht an akuten Problemen: Oftmals baufällige und zu kleine Schulgebäude, Fälle von Agression und Gewalt in Schulen, SchülerInnen, die nicht ausreichend sinnerfassend lesen können (das aber gleich in mehreren Sprachen) … Dem gegenüber steht die Wunschliste, was zu einem erfolgversprechenden Bildungssystem so alles gehören würde: Gute Arbeitsbedingungen für qualifizierte Lehrkräfte, freundliche Schulgebäude für den heute meist geforderten Ganztagsbetrieb, größere Freiheiten für die Schulen, ihre Arbeitsweise selbst so zu gestalten, wie es den Bedürfnissen des Standortes entspricht. Raum für ausreichende Förderung bei Schwächen ebenso wie bei besonderen Begabungen, rechtzeitige Sprachförderung für eine echte kompetente Mehrsprachigkeit… und vieles mehr. Die Diskrepanz zwischen “soll” und “ist” fällt schauerlich aus. Denn das österreichische Bildungssystem leidet schon jahrzehntelang unter gegenseitiger Blockade rot-gegen-schwarz, leidet unter einem Schönreden (insbesondere von sozialdemokratischer Seite) aller bestehender Probleme, litt schon vor der Wirtschaftskrise unter Geldmangel, ist eine lange Liste versäumter Gelegenheiten. Es ist nicht abzusehen, dass der derzeitige Machtkampf zwischen Bildungsministerin und Gewerkschaft irgendeine Lösung der verkrampften Verhältnisse bringt.
Dabei hätten wir es so dringend, so enorm und unaufschiebbar dringend notwendig! Das Schlimmste was eine Gesellschaft zu ihrer eigenen Zerstörung beitragen kann, ist die nächste heranwachsende Generation einem untauglichen Erziehungssystem zu überlassen.
Wer österreichische Verhältnisse kennt, mag Anlass zur Skepsis hegen. Trotzdem. Wir haben gar keine andere Chance, als endlich aus der rot-schwarzen Lähmung auszubrechen und ein Schulsystem zu entwickeln in dem zum Lernen und zum Lehren die passenden “Arbeits”bedingungen bestehen.
+ Schulen, die für die vielen Erziehungsaufgaben, die ihnen heute nun mal übertragen werden, sowohl fachlich als auch finanziell gerüstet sind.
+ Mehr statt weniger Unterrichtseinheiten, um auch jene Fächer, welche soziale Kompetenzen, politische Bildung und interkulturelles Lernen fördern, ausreichend abdecken zu können.
+ Eine entschlackte Ferienordnung, die weniger Ferienzeiten verpflichtend vorschreibt, aber den Schulen auch Spielraum für eigenes Gestalten lässt.
+ Größere Freiheiten für die Entwicklung verschiedener Schultypen, um Eltern tatsächlich Wahlmöglichkeit zu geben. Daraus resultierender Wettbewerb zwischen Schulen könnte dem Niveau nur gut tun.
+ Nicht zuletzt eine verbesserte Ausbildung (und Weiterbildung) für LehrerInnen.
Dann bin ich aufgewacht? - Nein, ich meine es ernst!
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